Prozessarbeit

Der Gründer der Prozessarbeit ist Arnold Mindell, Physiker und Jungianer, der die Psychologie C.G. Jungs in verschiedenen Bereichen weiter entwickelt hat. Beispielsweise hat er erkannt, dass Träume sich auch in Körpersymptomen äussern und umgekehrt. So erweiterte er den vorwiegend visuellen Ansatz von C.G. Jung mit weiteren Kanälen: Propiozeption (Fühlen über den Körper), Kynästetik (Bewegung) und Audition (Hören). Dazu kommen zwei weitere Kanäle: Erfahrungen machen wir in Beziehungen und im grösseren Kontext, in dem wir drinstehen (Welt, gesellschaftliche Einflüsse).

In der Prozessarbeit werden diese Erfahrungen entfaltet in liebender Achtsamkeit. Dabei wird nach dem Sekundären gesucht, d.h. die Prozesse, die unbewusst ablaufen oder marginalisiert werden. Es ist die Haltung der tiefen Demokratie, die sowohl in Gruppenprozessen als auch in der Einzelarbeit zum Tragen kommt: jede Erfahrung und jede Stimme ist wichtig und will gehört/entfaltet werden. Auch ich als Begleiterin nehme mich da nicht aus.

So ist es möglich, die Erfahrungen, die sekundär und am Rand der Wahrnehmung sind, zu integrieren und in Kontakt zu kommen mit den tieferen Schichten der Persönlichkeit, der sog. Traumebene bis hin zu Erfahrungen, die die Essenz berühren (womit wir wieder bei der Mystik sind!).

Wahrnehmungsmodell der Prozessarbeit